Vor verschlossenen Türen

( Knock On Any Door ) ( USA, 1949 )

Inhalt vom Film

 

ReWatch gemacht vom: 24.07.2011 & 13.06.2020

 

Diskussionsthread in meinem Forum


Heutiger Humphrey-Bogart-Film ist der Gerichts-Film "VOR VERSCHLOSSENEN TÜREN" ("KNOCK ON ANY DOOR") aus dem Jahre 1949, zusammen mit John Derek und George Macready. Bogart spielt den Rechtsanwalt Andrew Morton, der den jungen Nick Romano eher widerwillig vertreten muß, der angeblich einen Polizisten ermordet haben soll und die Todesstrafe blüht. Bogart schafft es, ihn scheinbar rauszuhauen, als Romano aus heiterem Himmel den Mord gesteht. Morton kämpft um die Hintergründe... Der Film basiert auf den gleichnamigen Roman von Willard Motley.

 

Die Co-Stars:

John Derek spielte hier seine allererste Filmrolle. der spätere Ehemann von Hollywood-Schönheit Bo Derek spielte hier seine allererste Filmrolle. der spätere Ehemann von Hollywood-Schönheit Ursula Andress, Linda Evans und Bo Derek spielte den mutmaßlichen Mörder Nick Romano. George Macready spielte den engagierten Staatsanwalt Kerman. Allene Roberts spielte Dereks Love Interest Emma. In einer ganz kleinen Rolle spielte John Mitchum, der jüngere Bruder von Robert Mitchum, meinen Geschworenen.

Synchronisation:
Humphrey Bogart wurde von O.E.Hasse, der ihn auch danach noch einmal in "Die Caine war ihr Schicksal" synchronisierte, gesprochen. John Derek von Sebastian Fischer, George Macready von Wilhelm Borchert und Allene Roberts von Marianne Prenzel.

DVD & Bluray:
ich besitze von dem Film den bislang einzigsten Release aus dem Jahre 2011 von Sony Pictures. Bild ist recht gut, der Ton liegt leider nur in einem dumpfen Mono-Ton vor, Extras gibt es überhaupt nicht.

Interessantes:
Der Produzent Mark Hellinger erwarb die Rechte an "Vor verschlossenen Türen" (ein Roman des afroamerikanischen Schriftstellers Willard Motley) und Humphrey Bogart und Marlon Brando sollten in der Produktion mitspielen. Nach dem Tod von Hellinger Ende 1947 gründeten Robert Lord und Bogart eine Gesellschaft, um den Film zu produzieren: Santana Productions, benannt nach Bogarts privater Segelyacht. Jack L. Warner war Berichten zufolge wütend darüber, weil er befürchtete, dass andere Stars dasselbe tun würden und große Studios ihre Macht verlieren würden. Laut dem Kritiker Hal Erickson würde das oft wiederholte Credo des Charakters Nick Romano - "Lebe schnell, sterbe jung und habe eine gut aussehende Leiche" - zum "Aufklärungsruf für eine Generation entrechteter Jugendlicher". 1960 wurde eine Fortsetzung des Films mit dem Titel "Die Saat bricht auf"  ("Let No Man Write My Epitaph") produziert und inszeniert, unter anderem von Philip Leacock mit Burl Ives, Shelley Winters, James Darren und Ella Fitzgerald.  Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von Willard Motley aus dem Jahr 1958. James Darren spielte darin Nick Romano jr., der in die Fußstapfen seines Vaters trat. Ich selbst kenne das Sequel nicht, finde es jedoch merkwürdig, da Romanos Frau, die ja schwanger war, selbstmord beging. Romano hatte zwar noch eine weitere Freundin, aber eben nicht verheiratet. Vermutlich stammt  das Kind von ihr und hat den Nachnamen seines Vaters angenommen.

Zum Film selbst:
Humphrey Bogart spielte den Rechtsanwalt Andrew Morton. Er hatte sich aus den Slums, über den Job eines Tellerwäschers bis hin zu einem geachteten Rechtsanwalt hochgearbeitet, hatte zuerst eine eigene kleine Kanzlei, ehe er dann in eine große Kanzlei einstieg, wo er nun dich davor stand, zu einem Partner aufgenommen zu werden.

Der kleine Ganove Nick Romano wurde verhaftet, weil er angeblich einenPolizisten erschossen haben soll und wendet sich an Andrew Morton. Morton hatte Romano in der Vergangenheit schon öfters vertreten. Es fing vor 6 Jahren an, er einen Vater, der im Knast sass, herausholen sollte. Da Morton vielbeschäftigt war, konnte er dem Fall keine große Aufmerksamkeit schenken. Sein Klient verstarb im Knast an einem Herzinfarkt. Fortan war Nick nun der Mann im Haus und er wurde aus seinem beschaulichen Leben gerissen. Um seine an den Rollstuhl gefesselte Mutter und seine jüngere Schwester ernähren zu können, liess sich Nick immer mehr in kriminelle Machenschaften ein, geriet dabei immer wieder mit dem Gestz aneinander und Morton war immer da, um ihn herauszuboxen, unter anderem weil er sich schuldig an die ganze Sache fühlte. Doch nun ist für Morton das Fass voll - Mord an einem Polizisten! Morton wollte das Mandat nicht übernehmen, doch seine Frau, die Nick ebenfalls aus ihrer zeit als Jugendbetreuerin kannte, wo sie Morton auch kennenlernte, überredete ihren Mann mit einem Augenschlag und ganz ohne Worte, ihm dennoch zu helfen.

Nick beschwor vor Morton seine Unschuld und Morton selbst konnte es sich nicht vorstellen, dass er bis zu einem Mord sinken könnte. Zudem sind die beiden angeblichen Zeugen nicht gerade glaubhaft und Nick konnte wiederum 2 Kumpels von ihm benennen, die ihm ein Alibi geben. Doch wegen Nicks krimineller Vergangenheit war er eben Hauptverdächtiger Nummer 1.

Mortons Vorgesetzte waren nicht erfreut darüber, dass er den Fall annahm, da er wenig erfolgsversprechend war und warnten Morton davor, dass dieser Fall ihm seine Beförderung zum Partner der Kanzlei kosten könnte. Dennoch nahm Morton den Fall an.

Vor Gericht studierte Morton die Geschworenen, die im Grunde für diesen Fall aus seiner Sicht "ein gutes Blatt" haben. Um dem Gericht und den Geschworenen aufzeigen zu können, wie Romano bisheriges Leben verlaufen ist, fing er ganz von vorne an, wie Morton die Familie kennengelernt hatte. Ab hier fing der Film an, die ganzen Details in Rückblenden zu zeigen. Dabei führte Morton noch an, dass Romano einige Zeit in einer Besserungsanstalt gewesen war nach seinem ersten kriminellen Delikt gfelandet war. nur war diese Einrichtung besonders streng und war entscheidend dafür zuständig, dass Romanos Leben noch weiter in die Kriminalität absackte, besonders als sein bester Freund dort nan einer Lungenentzündung starb.

Wieder auf freienm Fuß überfiel Romano mit 2 anderen Freunden kleine Ladengeschäfte. Bei einem Überfdall auf einen kleinen Gemischtwarenladen lernte er die junge und hübsche Emma kennen, die das Geschäft von ihrer schwerkranken Tante führte, die gerade selbst so über die Runden kam. Romano brachte es nicht übers Herz, den laden auszuräumenj, kaufte stattdessen ein paar Karamellbonbons und bat Emma um ein Date. Romano und Emma verstanden sich sehr gut und beide verliebten sich ineinander. Als Romano ihr einmal eine Halskette schenken nwollte, war Emma sehr angetan. Doch Romano bekam Gewissensbisse, weil die die Kette geklaut hatte und platzte vor Emma damit heraus, dass er ein Gauner und Lump ist, ein Tunichtgut. Danach fuhr er sie an, sie solle ihn vergessen, er sei nicht gut für sie und rannte davon.

Adele und Andrews, die mittlerweile verheiratet waren, bat ihren Mann, als eine Art Vaterersatz für Nick da zu sein. Nick tat es und es verlief anfangs gut zwischen ihnen, bis Nick durch eine Diskussions mitbekam, dass er nur ein "Mitleidsprojekt" von Morton sei. Er rastete daraufhin aus und klaute Morton 100 Dollar aus seiner Brieftasche. Morton war stinksauer, als er es bemerkte. Nick und Emma hatten sich derweil wieder vertrage und Morton spürte beide in einem Restaurant auf und rangelte mit Nick, las ihm die Leviten, ob das der Dank sei, dass er sich um ihn gekümmert habe. Er konnte 70 Dollar davon wieder ansichbringen.

Nick und Emma heirateten und Emma tat Nick wirklich gut. Nick hatte nun einen geregelten Job und konnte Morton die 30 Dollar zurückzahlen. Doch er war immer noch sauer und glaubte, das Geld stamme aus einem krummen Ding. So langsam fing der Alltag ihrer Ehe an. Als Nick einmal Emma zu ihrem Geburtstag teurere Ohrringe kaufen wollte, wurde er quasi von dem Betrüger Fingers wieder in die Kriminalität gelockt, indem er die Ohrringe teurer verkaufte, als Nick es sich leisten konnte und auch keine Ratenzahlung akzeptierte. So stand Nick ohen Geschenk da. Emma empfand dies nicht als schlimm, doch Nick war in seiner Mannesehre gekränkt. An einem Tag, als er auf der Arbeit ausgepowert eine Zigarettenpause machen wollte, erwischte ihn sein Chef dabei und nannte ihn ein faules Stück Scheisse, einer der sowieso schnell wieder in den Knast käme. Nick rastete daraufhin aus und verprügelte seinen Chef, der ihn dann natürlich fristlos kündigte. Mit seinem letzten Geld vom gehalt liess Nick sich wieder auf Glücksspiel ein und verlor auch den Rest und kam völlig betrunken zu Hause an.

Nick war nun frustriert, ging nach Hause und warf Emma vor die Füße, dass er arbeitslos wieder se und auch nicht vorhätte, wieder einen Job anzufangen. Stattdessen würde er mit seinen Kumpels ein Ding planen. Künftig wolle er sein Leben geniessen und nicht mehr für jeden Cent buckeln müssen. Emma war geschockt. Als sie Nick erzählte, dass sie schwanger von ihm sei, fing sich Emma eiskalte Wute ein und Nick schrie sie an und forderte von ihr, das Kind abzutreiben und anderweitig loszuwerden. Zudem hätte er auch keine Zeit mehr für die, weil er dann nach dem Überfall einige Zeit untertauchen müße. Emma flehte ihn an, es seinzulassen doch Nick verliess sie.

Emma war völlig aufgelöst und brachte sich mit einer Gasvergiftung an ihrem Herd um, während Nick und seine Freunde einen Laden ausraubten. Der Überfall verlief nicht planmäßig. Nick brachte es nicht übers Herz, den Kassierer zu erschiessen und auf der Flucht stürzte einer seiner Freunde über eine Veranda in den Tod. Nach dem Ding besann Nick sich wieder und wollte Emma dabeihaben, beim  Untertauchen und fand ihre Leiche in ihrer Wohnung...und Nick war fassungslos. Weinige Wochen später sind wir nun wieder in der Geganwart angelangt.

Der Staatsanwalt Kerman machte keinen Hehl daraus, dass er Nick nicht mochte und hatte ihm längst abgeurteilt. Morton gelang es, alle Zeugen, die Kerman aufbot, abzuschmettern und unglaubwürdig zu machen und dank Nicks gutes "Schwiegermutter-Image" landete Nick bei ihnen immer mehr Sympathie. Morton legte sich schliesslich wegen dem pentranten Verhalten von Kerman mit ihm an, so das der Richter beide in sein Zimmer bat.  Die Zeugen für Nick sagten gütig für ihn aus und Morton gelang es auch, einem gegnerischen zeugen auf seine Seite zu ziehen, weswegen Kerman fast ausrastete.Dann wurde Kerman unfait und konfrontierte Nick mit dem selbstmord von Emma, den er zu verschulden hatte. Nick verlor daraufhin die Fassung und gestand den Mord, sagte, er würde es immer wiedre tun und würde den Staatsanwalt als nächstes erschiessen. Morton war fassungslos....

Morton fuhr Nick daraufhin hin, ihn die ganze Zeit belogen zu haben. Morton versuchte nun, Nick vor der Todesstrafe zu retten, änderte die Anklage von "nicht schuldig" auf "schuldig". Zudem hielt Morton ein beispielloses Playdoyer ab, indem er alle Menschen, sich eingeschlossen, dafür verantwortlich machte, das aus Nick das wurde, was er nun ist. Dennoch wurde Nick zum Tode verurteilt. Morton versprach ihm, sein Leben nun gestrauchelten jungen Leuten zu widmen, und denen zu helfen,. während Nick auf dem Weg zu seiner Hinrichtung war...

Fazit:
Ich fand den Film eindeutig besser wie bei meinem ersten Watch von 2011, fand ihn sehr spannend und mitreissend, kann meine alten Worte von heute nicht mehr richtig teilen. Ich muß gestehen...ich glaube nicht, dass Nick wirklich den Mord begangen hat. ich glaube, Nick hatte den Mord gestanden um Buße für den Selbstmord seiner Frau zu üben, die er ungewollt in den selbstmord trieb. ich denke, das dies der Grund war, wieso er den Mord gestanden hatte. Bogart machte als Anwalt einen wirklich tollen Job und John Derek bot für seinen ersten großen Film eine sehr überzeugende Darstellung. Derek spielte zuvor in 5 Filmen zwar schon mit, kam jedoch nicht über eine Statistenrolle hinaus. Der Staatsanwalt war wirklich ein Ekel...auch der Richter war im Grunde vornherein parteisch, wenngleich er es zu kaschieren versuchte. Die Gerichtsfilme von damals sind heute aus mancher Sicht schon fast unfreiwillig komisch, da ein Anwalt, besonders ein Staatsnwalt damals noch eine ganz andere Umgehensweise hatte, was heute verboten ist - auch von den Ausdrücken her, da wird jemand während des Prozesses als Mörder verschrien, obwohl der Prozess noch läuft oder ihm lautstark ein Geständnis "eingeprügelt" wird, bis der Angeklagte schliesslich einknickt, oder einen schwarzen Zeugen als "Neger, den man eh nichts glauben kann" betitelte.