Der öffentliche Feind (The Public Enemy, USA 1931)

Inhalt des Films

 

ReWatch gemacht am: 28.07.2014

 

Diskussionsthread in meinem Forum

Synchronisiert wurde Cagney hier auch wieder von Wolfgang Draeger

 

Im großen und ganzen - wie im Abspann auch genannt, war dieser Filme die klassische Biographie eines jeden Gangsters. Bereits als kleiner Bub böse Streiche verübt und dann die langsame Steigerung zum Kleinkriminellen und später als Erwachsener dann die großen Dinger. Mir tat Matt in dem Film leid - eigentlich kein übler Bursche mit dem Herz am rechten Fleck - sein größter Fehler war eigentlich nur, dass er Tom zum Freund hatte - was nihn letztendlich auch sein Leben kostete. Toms Bruder Mike, der bodenständige, der immer das Richtige tut....ein direkter Brüdervergleich, die unterschiedlicher nicht sein können - ähnlich wars ja auch in dem 20 Jahre späüter gedrehten Film "Winchester '73" - nur dass hier der Bruder-Endkampf aus bleib. Trotz aller gegensätze hatten Tom und Mike sich am Ende wieder vertragen. Das Ende von Tom war natürlich so, wie es kommen mußte - anders hätte es damals auch wohl nie gedreht hätte dürfen, wäre ja sonst ein purer Propagandafilm für "Werde Gangster, werde reich, lebe glücklich!" Film  Mike war am Ende sauer und man sah ihm an, dass er am liebsten seinen Bruder gerächt hätte. Was nun aus Paddy Ryan wurde - war ungewiss. Er sagte ja, er wolle sich nach der Sache mit Tom zurückziehen und Tom alles hinterlassen. Da Tom aber vom Syndikat gekillt wurde ist wohl anzunehmen dass auch Paddy und der Rest seiner Gang dies nicht überlebt haben. Gut für Mike, dass er ihn nicht begleitet hatte - wie er wollte, sonst hätte Mutter Powers sicherlich beide Söhne verloren...

Die Grapefruit-Szene war schon klasse und einmal mehr sah man Cagney als Unwirsch und schnell cholerischen Mann.

Enttäuscht war ich von Jean Harlow....dafür, dass sie die 2. Hauptrolle spielte, waren ihre Szenen doch recht dürftig....erster Auftritt erst in der 45 Minute. Aber das, was sie gespielt hatte, zollte einer starken, selbstbewussten Frau...

 

Zitat
Es gibt noch mehrere ungewöhnliche Szenen, die für einen Film Anfang der 30er sehr gewagt waren (und teilweise auch erstmal zensiert wurden). U.a gibt es eine Szene mit einem homosexuellen Schneider, bei dem sich Tom Powers und sein Kumpel Doyle neue Anzüge anfertigen lassen. Und als der dann die Schrittlänge ausmisst, da schaut Powers schon etwas irritiert


Ja, von der Szene waren mehrere Stellen in der deutschen Fassung geschnitten, bin da schon froh, die Kauf DVD zu haben, wo die Stellen untertitelt zu sehen sind. Aber du hast recht, für 1931 schon ungemein gewagt....gerade Homosexualität im Jahre 1931 -und dann in einem Film. Eigentlich kaum vorstellbar!

Alles in allemein wirklich guter Film, dennoch reicht es bei mir einfach "nur" für 3 Sterne Woran es liegt? Irgendwie war ich noch nie ein Fan von Filmen, die eigentlich nur ein "Abgesang des Hauptdarstellers" sind, das quasi sein ganzen Leben von Kindheit bis zum tragischen Tod zeigt...