An seinen Stiefeln klebte Blut ( Navaja Joe) (1966)

Deutsche Alternativtitel: Kopfgeld: Ein Dollar ; Red Fighter

Inhalt vom Film

 

ReWatch gemacht am: 29.04.2016

 

Diskussionsthread in meinem Forum

Der Film hatte in Deutschland insgesamt 4 (!!!) verschiedene Titel:

Der deutsche Erst VHS Titel war damals "Red Fighter", später hiess er  - wie auch die TV Fassungen "An seinen Stiefeln klebte Blut", später hiess er (ich glaube, im Kino lief er damals auch schon unter dem Titel) "Kopfpreis: 1 Dollar". Heute (DVD, Bluray) wird fast immer der Originaltitel "Navajo Joe" verwendet.

Habe den Film gerade eben wieder angesehen. Regisseur Sergio Corbucci drehte einen recht harten und brutalen Spaghetti-Western. Alleine am Anfang die Szenen im Zug, wo wirklich jeder erschossen wurde.  Am Ende überlebte eine Mutter mit ihrem Baby....das sah einer der gangster und knallte Mutter und Baby ab und meinte "Wir sagten doch, keine Zeugen!". Schon heavy....ein Baby abknallen.

Ungewöhnlich fand ich, dass die Bürger in Esperanza Navajo Joe so blindlinks vertrauten - zu einer Zeit, wo Indianer ja eher als der Feind angesehen wurden.  Lustig fand ich die Szene, wie Navajo Joe wollte, das man ihn vorübergehend zum Sheriff der Stadt macht und der bisherige Sheriff sagte:

Sheriff: Das geht nicht....du bist ein Indianer. Ein Sheriff muß ein Amerikaner sein.
Joe: Mein vater ist hier geboren, der Vater meines Vaters, dessen Vater und auch dessen Vater.  ich bin so amerkanischer wie eder andere hier. Wo ist dein Vater geboren?
Sheriff: Ähm....ja....ähm....in Schottland 
Joe: Na, dann qualifiziere ich mich als echter Amerikaner doch besser zum Sheriff.

Herrlich....wie damals und heute teils immer noch Indianern wie Auslänger behandelt werden - obwohl gerade sie die einzigsten sind, die ja nun wirklich waschechte Amerikaner sind.

Sehr actionreich, wie Joe es mit ca. 30 Banditen aufnahm  und sie ziemlich dezimierte, bis man ihn durch eine Geisel zwang, sich zu ergeben und man ihn dann brutal zusammenschlug, damit er den Standort des Geldes preisgeben sollte....natürlich sagte Joe nichts! Die Banditen waren aber auch zu blöde. War doch klar, dass Joe nichts sagen würde. ich an derer Stelle hätte mir wieder Joes Freundin Estella geschnappt, die bedroht sie zu erschiessen, wenn er nicht verrät, wo das Geld ist. Bestimmt wäre Joe da kein Risiko eingegangen - keine Ahnung, warum die Banditen da nicht drauf gekommen sind. Die Schlacht am Ende des Films war ebenfalls sehenswert. Traurig nur das Ende....eigentlich joes eigene Dummheit, er hätte den Obergauner nicht den Rücken zuwenden dürfen, da verpasste er Joe 3 Kugeln in den Rücken, er Joe ihn mit dem Wurf seines Tomahawks noch den Schädel spalten konnte. Dennoch....ungewiss ob Joe überlebt hatte. Er hatte sein Pferd mit dem Geld in den Satteltaschen in die Stadt geschickt. Ärgerlich fand ich wie dieser einer Bewohner reagiert hatte, nachdem andere sich fragte, woe Joe denn ist. der meinte nur "Ist doch scheissegal, woe diese Rothaut steckt - hauptsache wir haben unser Geld wieder!". Also echt....den hätte ich ja am liebsten....   Estella (Nicoletta Machiavelli) schickte dann sein Pferd zurück zu Joe....und dann Abspann. Würde mich ja interessieren, ob Joe überlebt hatte. ich glaube ja nicht....aber ich hoffe es.

 

Der Film ist wirklich klasse....Corbucci drehte ja auch "Django" im selben Jahr. Auch das Bonusmaterial ist super, besonders gefallen hatten mir die Drehorte: damals im Film und heute (Stand: 2009) jeweils immer mit kleinem Fenster als Vergleich. Einige Gegtenden sahen fast noch genauso aus wie damals, andere haben sich sehr verändert.

Obwohl es eine italienische Produktion war, wurde der Film hauptsächlich in Südspanien und manche Szenen in Nordspanien gedreht.

Der Song "Navajo Joe", der oftmals - meist als Jingle im Film gespielt wurde, geht mir gerade auch nicht mehr aus dem Kopf.  Natürlich ist der Score von keinem Geringeren als Ennio Morricone