Straßen der Nacht (Hustle) (USA, 1975)

Inhalt vom Film

 

ReWatch gemacht am: 10.05.2016

 

Diskussionsthread in meinem Forum

Ich finde ihn einfach klasse. Ein harter, realistischer Polizeifilm ohne wenn und aber, der nichts verschönt, sondern den harten, nackten Polizeialltag zeigt. Für das Trio Reynolds / Aldrich / Albert die zweite Zusammenarbeit. Bereits ein jahr vorher drehte das Trio "Die Kampfmaschine" ("The Longest Yard") zusammen. Auch darin spielte Eddie Albert den Oberschurken. Sehr gut gefallen hatte mir auch ben Johnson als verzweifelter Vater, der erst zu spät eingesehen hatte, seine Tochter nicht gut begahdenlt zu haben, sie quasi aus dem haus getrieben hatte und in die Arbe aus Sumpf, sex und Gewalt. Nun fühlt er sich schuldig, vertraut der polizei nicht und macht sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Sehr hart fand ich die Szenen, wo Ben Johnson und seine Frau Eileen Brenann im Revier waren, beide geknickt , und ihre tote Tochter identifizieren wollten und Reynolds und Winfield zusammen mit dem vater auf dem Weg in die Leichenhalle über die Footballspiele des vergangenen Tages redeten....teils darüber flachsten. Das fand ich ziemlich piätätslos! Aber der Gipfel war, wie Reynolds die  Totenbahre aus dem Kühlfach zog, und Johnson seine Tochter splitterfasernackt präsentiert wurde - und er - in meinen Augen zurecht - ausrastete und Reynolds eine scheuerte, und ihn ein Schwein nannte und ob er und seine Kollegen einer abgegangen sei, seine Tochter so zu sehen. Ich meine....normalerweise werden Leichen immer mit einem Leichentuch abgedeckt und dann den Angehörigen nur das Gesicht präsentiert! Das fand ich schon ziemlich heavy!Aber genau diese Szenen wollte Aldrich dem Zuschauer vermitteln, wie abgestumpft die Polizeiarbeit auf dem Revier schon war - und das brachten Reynolds aber auch Winfield wirklich perfekt rüber.

Catherine Deneuve als Hure und Reynolds Lebensgefährtin spielte wie immer super. Ich konnte Reynolds schon verstehen, das ses schon sehr hart für ihn sein muß, wenn er nach einem harten Tag nach hause kommt und seine Liebste es gerade übers Telefon irgendeinen Perversen besorgt und  um das Fass vollzumachen, auch noch gegen Geld mit dessen Erzfeind Eddie Albert in die Kiste hüpft. Das alles trägt natürlich dazu bei, wie das Leben von Reynolds doch aussieht. Ernest Borgnine als Captain spielte in diesem film ziemlich unauffällig - das fand ich schade.

Ich habe, wie weiter oben berichtet, die DVD noch als Erstauflage, wo es noch ein 18er war. Richtig brutale Szenen hatte der Film eigentlich nicht, aber eben doch viele freizügige Szenen und sexuelle Anspielungen. In Spanien ist der Film übrigens sogar schon ab 12 Jahren freigegeben!

Witzig fand ich die Vergabe der syncrhonsprecher. Reynolds wurde von Norbert Langer synchronisiert, während sein Partner Paul Winfield von Christian Brückner gesprochen wurde, der ja ein jahr später mit "Ein ausgekochtes Schlitzohr" ein weiterer Stammsprecher von Reynolds werden sollte. So hörte man - wenn man die Augen schloss....quasi 2x Reynolds.

Hart auch das Ende des Films, wie Johnson endlich Eddie Albert ausfindig machen konnte und ihn aus rache für den Trod seiner Tochter, erschossen hatte. Klar - seine Tochter hat eigentlich Selbstmord begangen - aber Albert hatte doch einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass sie Selbstmord begangen hatte. Johnson slebst wußte ja, dass er durch sein herrisches Verhalten gegenüber seiner Tochter, auch nicht unschuldig war, weswegen er darauf bestand, eingesperrt zu werden, nachdem er Albert erschoss. Doch Reynolds verstand den Schmerz von Albert, erschoss Albert  mit der Waffe - und einem Taschentuch über den griff - nochmal und schoss Johnson mit Alberts Waffe in die Schulter, damit es nach Notwehr aussah. Winfield war fassungslos. Heutzutage würde das eh nicht mehr ziehen, weil man leicht feststelen könnte, dass der zweite Schuß erst post mortem abgefeuert wurde - aber OK...sowas gabs 1975 ja noch nicht.

Eigentlich erwartete man dann das Ende des Films. Reynolds und Deneuve wollten nach Rom, wo Reynolds immer von schwärmte und ausgerechnet in einem kleinen Kaufmannsladen, der gerade von Robert 'Freddie Krüger' Englund überfallen wurde, zückte Reynolds seine Waffe, erwischte Englund zwar....aber er erwischte auch Reynolds mit 3 Schüssen und Reynolds starb blutend auf der Strasse....was für ein Ende für ihn. Vermutlich aber auch fair, nachdem er den Mord an Albert vertuschte. An Winfields lags dann, Deneuve am Flughafen zu berichten, dass Reynolds nicht kommen würde..... sehr bitteres, aber in meinen Augen nicht unpassendes Ende. Natürlich habe ich ein Happy End auch immer sehr viel lieber, aber ich habe im "reiferen Alter" mittlerweile auch gelernt, dass auch so ein bitterböses Ende durchaus für ein Film passend sein kann....

 

Wie bereits weiter oben bewertet, bekommt diese Film von mir starke